N°26 – Cybermobbing
“Der Schutz von Kindern im digitalen Raum ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – Eltern, Schule, Plattformen und Politik müssen gemeinsam handeln.“
Ingrid Broger
In der neusten Folge des Podcasts «Bildungsreise» spricht Damian mit Ingrid Broger. Sie ist Medienpädagogin und Fachperson Medienkompetenz bei Pro Juventute und seit vielen Jahren in der Prävention von Cybermobbing tätig. Gemeinsam gehen sie den Fragen nach, was Cybermobbing ist, wie es sich vom klassischen Mobbing unterscheidet und wie Kinder und Jugendliche im digitalen Raum geschützt werden können.
Cybermobbing passiert dort, wo Kinder und Jugendliche heute viel Zeit verbringen: in Klassenchats, sozialen Netzwerken und Games. Es ist gezielt, wiederholt und oft schwer zu erkennen – und kann rund um die Uhr weitergehen. Anders als beim Mobbing auf dem Pausenplatz endet es nicht mit dem Schultag. Angriffe sind öffentlich, können anonym erfolgen und ein grosses Publikum erreichen. Für Betroffene bedeutet das oft starken Druck, Scham, Rückzug oder Angst. Klar wird: Auch digitale Angriffe sind Gewalt und können das Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern nachhaltig beeinträchtigen.
Die Folge zeigt, dass Cybermobbing meist im bekannten Umfeld entsteht und eng mit Gruppendynamiken verknüpft ist. Zuschauer:innen spielen eine wichtige Rolle: Sie können mitmachen, schweigen – oder helfen und Zivilcourage zeigen. Viele Kinder erzählen lange nichts aus Angst vor Konsequenzen oder weil sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Umso wichtiger ist es, ruhig zuzuhören, das Erlebte ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu suchen.
Im Gespräch geht es auch um den Umgang mit Vorfällen. Eltern und Lehrpersonen sollten dem Kind Geborgenheit und Verständnis vermitteln und gemeinsam mit ihm schauen, wie man dagegen vorgehen könnte. Wichtig sind klare Zuständigkeiten, sorgfältige Fallanalysen und Unterstützung durch Fachstellen. Schulen tragen Verantwortung, wenn Cybermobbing innerhalb der Klassengemeinschaft entsteht – auch ausserhalb der Schulzeit.
Zum Schluss rückt die Prävention in den Fokus: Cybermobbing lässt sich nicht mit einzelnen Lektionen verhindern. Es braucht eine gemeinsame Haltung, kontinuierliche Gespräche über Fairness im Netz und gelebte Medienkompetenz im Alltag. Ziel ist eine Kultur, in der Kinder Grenzen erkennen, Hilfe holen und füreinander einstehen.
Eine aufklärende Folge über Cybermobbing als Gewalt- und Kinderschutzthema – und darüber, wie Erwachsene im digitalen Raum hinschauen, begleiten und stärken können. Eine Reise für alle, die Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten.
Ingrid Broger
Fachexpertin für Medienkompetenz bei Pro Juventute